Direkt zum Inhalt
FH-Verzeichnis
Mehr

Bewerbung & Zugang

Bewerbung an der Fachhochschule: Fristen, NC und Auswahl

Wer sich an einer FH bewirbt, muss Fristen, Zulassungsmodus und Unterlagen kennen. Hier steht, wie das Verfahren abläuft und worauf es bei NC und Auswahl wirklich ankommt.

Zuletzt überarbeitet · Redaktion FH-Verzeichnis

Studentin bereitet am Laptop ihre Bewerbung für die Fachhochschule vor
Foto: RDNE Stock project / Pexels

Kurzantwort: Für die Bewerbung an einer Fachhochschule brauchst du eine Hochschulzugangsberechtigung, einen Platz im Bewerbungsportal und die Unterlagen vor Fristende. Zulassungsfrei sind viele Studiengänge, bei begehrten Fächern entscheidet ein NC oder ein Auswahlverfahren. Den genauen Termin legt jede Hochschule selbst fest.

So läuft eine Bewerbung an der FH grundsätzlich ab

Der Weg ist an fast allen Fachhochschulen und Hochschulen für angewandte Wissenschaften ähnlich. Du suchst dir den Studiengang aus, registrierst dich im Bewerbungsportal der Hochschule, lädst Zeugnisse hoch und schickst die Bewerbung ab. Danach folgt entweder eine direkte Einschreibung oder eine Auswahl unter allen Bewerberinnen und Bewerbern.

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Bewerbung und Einschreibung. Die Bewerbung ist die Anfrage auf einen Studienplatz. Erst mit der Zulassung und der anschließenden Einschreibung (Immatrikulation) wirst du offiziell Studentin oder Student. Bei zulassungsfreien Fächern fallen beide Schritte oft zusammen: Du schreibst dich einfach ein, solange die Frist läuft.

Zur Orientierung: Im Wintersemester 2025/26 gab es laut HRK-Statistik 7.543 Studiengänge an Hochschulen für angewandte Wissenschaften und Fachhochschulen. Die Auswahl ist groß, und die Verfahren unterscheiden sich von Fach zu Fach. Ein Blick in das Verzeichnis der Hochschulen zeigt dir, welche Standorte überhaupt in Frage kommen.

Fristen: Wann musst du dich bewerben?

Die meisten Fachhochschulen starten im Wintersemester, viele bieten zusätzlich einen Start im Sommersemester an. Die Bewerbungsfrist für das Wintersemester liegt in der Regel im Sommer, die für das Sommersemester im Winter. Ein bundesweit einheitliches Datum gibt es nicht. Manche Hochschulen schließen früher, andere lassen Bewerbungen bis kurz vor Semesterbeginn zu.

Besonders früh dran sein musst du bei diesen Konstellationen:

  • Studiengänge mit eigenem Auswahlverfahren, etwa mit Eignungstest, Portfolio oder Gespräch
  • Internationale Bewerbungen, bei denen Zeugnisse anerkannt werden müssen
  • Duale Studiengänge, bei denen zuerst ein Unternehmen zusagen muss
  • Zulassungsbeschränkte Fächer mit vielen Bewerbungen

Prüfe den Termin immer direkt auf der Seite der Hochschule. Fristen werden gelegentlich angepasst, und es gibt Unterschiede zwischen Bachelor- und Masterstudiengängen. Setz dir den Termin lieber zwei Wochen vor Fristende in den Kalender, damit technische Probleme beim Hochladen dich nicht den Platz kosten.

NC und Zulassungsbeschränkung verständlich erklärt

Ein NC (Numerus clausus) bedeutet nur, dass es mehr Bewerbungen als Plätze gibt. Der NC ist keine feste Hürde, sondern ein Ergebnis: Er ergibt sich erst nach dem Verfahren aus dem Schnitt der letzten zugelassenen Person. Deshalb schwankt er von Jahr zu Jahr und zeigt dir höchstens eine Richtung an.

Viele Studiengänge an Fachhochschulen sind gar nicht zulassungsbeschränkt. Dann bekommst du den Platz, wenn du die formalen Voraussetzungen erfüllst. Wo es eine Beschränkung gibt, sortiert die Hochschule die Bewerbungen nach einem Punktesystem. Oft zählt die Abiturnote, manchmal aber auch Wartezeit, Berufsausbildung, Praktika oder ein Test.

Verfahren Was entscheidet? Typisch für
Zulassungsfrei Nur die formalen Voraussetzungen Viele technische und ingenieurwissenschaftliche Fächer
Örtlicher NC Note und weitere Kriterien der Hochschule Gefragte Fächer an beliebten Standorten
Eignungsverfahren Test, Portfolio, Gespräch oder Probearbeit Gestaltung, Musik, Sport, Soziales
Duales Studium Zusage des Praxispartners plus Hochschulzugang Duale Bachelorstudiengänge

Ein hoher NC aus dem Vorjahr sollte dich nicht abschrecken. Bewirb dich im Zweifel trotzdem, denn die Bewerbung kostet in der Regel nichts. Wer es nicht probiert, hat die Zusage sicher nicht.

Welche Voraussetzungen du mitbringen musst

Grundlage ist eine Hochschulzugangsberechtigung. Für die Fachhochschule reicht die Fachhochschulreife, das Abitur öffnet ebenfalls alle Türen. Wie du die Fachhochschulreife auf anderen Wegen erreichst, erklärt der Beitrag Fachhochschulreife: Wege zur FH-Zugangsberechtigung. Auch ohne Abitur ist ein Studium unter bestimmten Bedingungen möglich, mehr dazu unter Studieren ohne Abitur an der Fachhochschule.

Einige Studiengänge verlangen zusätzliche Nachweise, zum Beispiel ein Vorpraktikum in technischen Fächern, Sprachkenntnisse bei internationalen Programmen oder ein ärztliches Attest in Gesundheitsberufen. Diese Punkte stehen in der Studien- und Prüfungsordnung beziehungsweise in der Zulassungssatzung des jeweiligen Studiengangs.

Diese Unterlagen brauchst du für die Bewerbung

Die Liste unterscheidet sich je nach Hochschule, ein Kern bleibt aber fast immer gleich:

  1. Zeugnis der Hochschulzugangsberechtigung (meist als Scan, später im Original oder beglaubigt)
  2. Lebenslauf, wenn die Hochschule ihn verlangt
  3. Nachweise über Praktika, Berufsausbildung oder Wartezeit, falls sie Punkte bringen
  4. Amtlicher Ausweis zur Identifikation
  5. Bei Auswahlverfahren: Motivationsschreiben, Portfolio oder Testanmeldung

Scanne Dokumente gut lesbar und beachte Dateigröße und Format. Unleserliche Anhänge sind ein häufiger Grund für Nachforderungen, die wertvolle Tage kosten. Hast du ein ausländisches Zeugnis, plane zusätzliche Zeit für die Anerkennung ein.

Auswahlverfahren: Was zählt neben der Note?

Fachhochschulen sind oft stärker auf Praxis ausgerichtet als Universitäten, und das spiegelt sich in der Auswahl. Berufserfahrung, eine abgeschlossene Ausbildung oder einschlägige Praktika können deine Chancen verbessern. Manche Hochschulen vergeben Bonuspunkte für relevante Vorkenntnisse, andere laden zu einem Gespräch ein.

Wenn ein Motivationsschreiben gefordert ist, schreib konkret. Nenne den Studiengang, erkläre, was dich an genau diesem Programm reizt, und belege deine Eignung mit Beispielen aus Schule, Job oder Hobby. Allgemeine Sätze, die auf jeden Studiengang passen, bringen dir wenig.

Bei Eignungstests gilt: Informiere dich früh über Ablauf und Termine. Die Anmeldung zum Test hat oft eine eigene, frühere Frist als die eigentliche Bewerbung.

Mehrfachbewerbung und Plan B

Du darfst dich an mehreren Hochschulen gleichzeitig bewerben. Das ist sogar sinnvoll, wenn dein Wunschstudiengang zulassungsbeschränkt ist. Ordne deine Optionen in drei Gruppen: Wunschplatz, realistische Alternative und sicherer Platz in einem zulassungsfreien Studiengang.

Behalte dabei die Rückmeldefristen im Blick. Bekommst du mehrere Zusagen, musst du dich meist innerhalb weniger Tage für einen Platz entscheiden. Wer zu spät antwortet, verliert die Zusage. Falls es mit dem Wunschplatz nicht klappt, gibt es Nachrückverfahren, bei denen frei gewordene Plätze erneut vergeben werden. Auch ein Wechsel im nächsten Semester ist möglich, etwa nach einem Einstieg im Sommersemester.

Wer einen praxisnahen Weg sucht, schaut sich zusätzlich das duale Studium mit Ablauf, Vergütung, Vor- und Nachteilen an. Hier läuft die Bewerbung zweigleisig: Erst der Praxispartner, dann die Hochschule. Zur Einordnung des Hochschultyps hilft außerdem der ehrliche Vergleich von Fachhochschule und Universität.

Häufige Fehler und eine einfache Checkliste

Die meisten Bewerbungen scheitern nicht an der Note, sondern an Kleinigkeiten. Typische Stolpersteine sind verpasste Fristen, fehlende Nachweise, falsch gewählte Studiengangsvarianten und nicht beachtete Fristen für Eignungstests.

  • Termine für alle Wunschhochschulen in einer Übersicht sammeln
  • Zulassungsmodus pro Studiengang klären: frei, NC oder Verfahren
  • Unterlagen früh scannen und benennen
  • Bewerbung vor dem letzten Tag abschicken und Bestätigung speichern
  • Posteingang und Spam-Ordner nach der Bewerbung regelmäßig prüfen

Mit dem Rechner unter Studienende-Rechner kannst du außerdem grob einschätzen, wann du bei Studienstart im nächsten Semester fertig sein könntest. Das hilft bei der Planung von Finanzierung und Berufseinstieg.

Zeitplan: Wann du was erledigen solltest

Ein grober Fahrplan nimmt viel Druck aus der Bewerbungsphase. Beginne schon im Halbjahr vor Semesterstart mit der Recherche, nicht erst, wenn die Portale öffnen. In dieser Zeit entscheidest du, welche Studiengänge in Frage kommen, und klärst, ob für sie ein Vorpraktikum, ein Test oder ein Gespräch nötig ist.

Danach folgt die Vorbereitung der Unterlagen. Viele Hochschulen verlangen beglaubigte Kopien oder Originale erst bei der Einschreibung, das Hochladen von Scans genügt zunächst. Bewahre alle Dokumente in einem eigenen Ordner auf, damit du sie für mehrere Bewerbungen wiederverwenden kannst.

Nach dem Abschicken beginnt die Wartezeit. Je nach Verfahren kommt der Bescheid nach einigen Wochen. Rechne in dieser Phase schon die Wohnungssuche und die Finanzierung durch, damit du bei einer Zusage nicht unter Zeitdruck gerätst. Gerade in beliebten Hochschulstädten sind Zimmer und Wohnheimplätze früh vergeben.

Bewerbung für Master und andere Sonderfälle

Für ein Masterstudium läuft die Bewerbung etwas anders. Du reichst das Bachelorzeugnis oder eine Übersicht deiner bisherigen Leistungen ein, oft zusammen mit einem Motivationsschreiben. Manche Hochschulen lassen dich bereits mit einer vorläufigen Notenübersicht zu, wenn der Bachelor noch nicht ganz abgeschlossen ist. Mehr zu Zugang und Perspektiven steht im Beitrag Master an der Fachhochschule: Zugang, Promotion, Karriere.

Auch Quereinsteiger und Studienwechsler sollten ihre Lage vorab klären. Wer bereits studiert hat, kann sich Leistungen anrechnen lassen und in ein höheres Fachsemester einsteigen. Dafür ist meist ein Antrag beim Prüfungsamt nötig, und die Frist dafür liegt oft vor Vorlesungsbeginn.

Bewerber mit Behinderung oder chronischer Erkrankung können Nachteilsausgleiche beantragen. Auch für Härtefälle, etwa bei familiären Verpflichtungen, gibt es an vielen Hochschulen Sonderregeln. Sprich dafür frühzeitig mit der Studienberatung.

Was oft gefragt wird

Wann ist die Bewerbungsfrist an der Fachhochschule?

Das legt jede Hochschule selbst fest. Für das Wintersemester liegt die Frist meist im Sommer, für das Sommersemester im Winter. Prüfe den Termin auf der Seite deiner Hochschule, besonders bei Auswahlverfahren und dualen Studiengängen.

Brauche ich für die FH ein Abitur?

Nein, die Fachhochschulreife genügt für ein Studium an der FH. Unter bestimmten Bedingungen ist auch ein Studium ohne Abitur möglich, etwa mit Berufsausbildung und Berufserfahrung. Die Regeln unterscheiden sich je nach Bundesland.

Was bedeutet NC bei einem Studiengang?

Der NC zeigt, dass es mehr Bewerbungen als Plätze gibt. Er ist kein fester Wert, sondern ergibt sich jedes Jahr neu aus dem Verfahren. Der Vorjahreswert gibt dir nur eine grobe Orientierung.

Kann ich mich an mehreren Hochschulen gleichzeitig bewerben?

Ja, das ist erlaubt und bei zulassungsbeschränkten Fächern sinnvoll. Achte auf die Rückmeldefristen, falls du mehrere Zusagen bekommst, und entscheide dich rechtzeitig für einen Platz.