Duales Studium
Berufe rund um Hund und Katze: Ausbildung, Studium und Selbstständigkeit im Überblick
Zuletzt überarbeitet · Redaktion FH-Verzeichnis
Wer an einen Beruf mit Tieren denkt, landet gedanklich schnell beim Tiermedizinstudium. Das ist allerdings nur einer von vielen Wegen und zudem einer mit hohen Zugangshürden. Für Schulabgänger, Studierende und Berufstätige, die sich umorientieren wollen, gibt es eine ganze Reihe von Ausbildungen, Studiengängen und Selbstständigkeitsmodellen, in denen Hunde, Katzen und andere Tiere im Mittelpunkt stehen. Ein Überblick über Wege, Voraussetzungen und die Frage, welcher Einstieg zu welcher Lebenssituation passt.
Ausbildungsberufe mit Tierbezug
Am direktesten ist der Weg über eine duale Ausbildung. Zwei Berufe sind besonders gefragt:
- Tiermedizinische Fachangestellte: Die dreijährige Ausbildung findet in Tierarztpraxen und Tierkliniken statt. Zu den Aufgaben gehören Assistenz bei Behandlungen, Labor, Röntgen, Praxisorganisation und die Beratung der Tierhalter.
- Tierpflegerin bzw. Tierpfleger: Die Ausbildung gliedert sich in Fachrichtungen, unter anderem Zoo, Forschung und Klinik sowie Tierheim und Tierpension. Wer später mit Hunden und Katzen arbeiten will, wählt häufig den Bereich Tierheim und Pension.
Beide Ausbildungen sind körperlich fordernd und schließen Wochenend- und Feiertagsdienste nicht aus. Ein Praktikum vorab hilft, die eigene Eignung realistisch einzuschätzen.
Studiengänge jenseits der Tiermedizin
An Universitäten und Hochschulen für angewandte Wissenschaften gibt es Studiengänge, die sich mit Tieren befassen, ohne zum Tierarzt zu führen. Dazu zählen Agrarwissenschaften mit Schwerpunkt Tierwissenschaften, Biologie mit zoologischer Vertiefung oder spezialisierte Angebote rund um Tierhaltung und Tierernährung. Absolventinnen und Absolventen arbeiten später zum Beispiel in der Futtermittelindustrie, in der Forschung, in Verbänden oder in der Beratung. Wer sich für Ernährung interessiert, sollte bei der Studienwahl genau auf die Module achten, weil sich Inhalte je nach Hochschule stark unterscheiden.
Selbstständig mit Hund und Katze
Ein großer Teil der Tätigkeiten rund um Haustiere wird selbstständig ausgeübt, häufig nebenberuflich. Dazu gehören Hundetraining, Tiersitting, Hundefrisur, Tierfotografie und die Ernährungsberatung. Für manche dieser Tätigkeiten gelten besondere Anforderungen: Wer gewerbsmäßig Hunde ausbildet oder eine Tierpension betreibt, braucht nach dem Tierschutzgesetz eine Erlaubnis der zuständigen Behörde. Die Bezeichnung Ernährungsberater für Tiere ist dagegen nicht geschützt. Umso wichtiger ist eine fundierte Weiterbildung, damit Kundschaft und Tiere sich auf die Beratung verlassen können.
Praxisbeispiel: Ernährungsberatung und Fachberatung
Wie ein solcher Weg aussehen kann, zeigt Christina Williger aus Mannheim. Sie ist zertifizierte Ernährungsberaterin für Hunde und Katzen und zugleich Anifit-Fachberaterin. In ihren Beratungen geht es um Futterwahl, Mengen und die Fütterung in besonderen Lebensphasen. Ihre Kundinnen und Kunden bestellen das Futter über ihren Anifit-Shop. Wer dort neu ist, kann den Anifit-Gutschein HAH10 für 10 % Nachlass nutzen, der Gutschein HAHVersand macht den Versand kostenfrei.
Für Studierende und Berufstätige, die zunächst nebenher in den Bereich hineinschnuppern möchten, ist das Modell der Fachberatung ein möglicher Einstieg, weil kein eigenes Warenlager nötig ist. Was die Tätigkeit umfasst und wie man Anifit-Fachberater werden kann, beschreibt die Seite ihr-futtershop.de/anifit-berater-werden/. Wie bei jeder Selbstständigkeit sind Gewerbeanmeldung, Steuern und Versicherungen vorab zu klären, und bei Studierenden auch die Frage, wie sich Zusatzeinkommen auf BAföG oder die Familienversicherung auswirkt.
Welcher Weg passt zu wem?
| Situation | Möglicher Einstieg |
|---|---|
| Schulabschluss, praktisch orientiert | Ausbildung als Tiermedizinische Fachangestellte oder Tierpfleger |
| Abitur, wissenschaftliches Interesse | Studium mit Schwerpunkt Tierwissenschaften oder Tierernährung |
| Im Studium, Interesse an Nebenverdienst | Tiersitting oder nebenberufliche Fachberatung |
| Berufstätig, Wunsch nach Umorientierung | Weiterbildung, zunächst nebenberufliche Selbstständigkeit |
Tipps für den Einstieg
- Praktika in Tierarztpraxis, Tierheim oder Hundeschule machen, bevor die Entscheidung fällt.
- Bei Weiterbildungen auf Inhalte, Dauer und Prüfung achten, nicht nur auf das Zertifikat.
- Gespräche mit Menschen führen, die den Beruf bereits ausüben.
- Die eigenen Grenzen kennen: Gesundheitsfragen gehören immer in tierärztliche Hände.
Fachwissen Tierernährung: Was man mitbringen sollte
Wer in der Beratung zu Hunde- und Katzenfutter arbeiten möchte, braucht solides Grundwissen. Dazu gehört, den unterschiedlichen Bedarf von Hund und Katze zu kennen, denn Katzen sind als echte Fleischfresser zum Beispiel auf die Aufnahme von Taurin über die Nahrung angewiesen. Ebenso wichtig sind die Besonderheiten einzelner Lebensphasen vom Welpen bis zum alten Tier, das Lesen von Deklarationen auf Futterverpackungen und das Erkennen von Situationen, in denen nicht die Beratung, sondern die Tierarztpraxis gefragt ist. Hinzu kommen kommunikative Fähigkeiten: Viele Halter sind verunsichert und wünschen sich eine ruhige, nachvollziehbare Erklärung statt Fachjargon.
Die Arbeit mit Tieren bietet mehr Möglichkeiten, als der erste Blick vermuten lässt. Wer seine Stärken kennt und den passenden Einstieg wählt, kann aus dem Interesse an Hund und Katze eine tragfähige berufliche Perspektive entwickeln.
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